Hahnentrittmuster: Mode im Retro-Look

Bei der unüberschaubaren Fülle an Retro- und Vintage-Outfits, wie sie auch in diesem Herbst wieder durch die Modeblogs und Fashion-Magazine geistern, ist das Ausspähen von Kleidungstrends keine leichte Sache. Das Credo in der Herbst- und Wintermode 2013 scheint zu lauten: Alles ist erlaubt! Und doch zeichnen sich in der design- und retro-orientierten Modebranche gewisse Strömungen ab, die wir von Retrodeko.de gerne für unsere Leserinnen herausarbeiten sobald wir diese entdecken.

Muster wie Hahnentritt in Schwarzweiß-Optik sind so ein Modetrend. Für die erfahrenen Trendscouts aus London oder Berlin ist das nicht die große Neuigkeit, denn die 50er- und 60er-Jahre feiern in den Metropolen schon seit mehreren Jahren ein unterschwelliges Comeback. So sind vermutlich schon zahlreiche Blusen, Mäntel und Kleider mit Vichy-Karos oder im Pepita-Look aus den Second Hand-Läden in die Kleiderschränke der hippen Großstädter gewandert. Es ist also an der Zeit die Gewürzfarben wie Curry, Safran und Co. auf’s Altenteil zu verbannen und den angesagten schwarz-weißen Hahnentritt-Outfits der Modeblogger mehr Beachtung zu schenken. Welche Reminiszenzen und Vintage-Stile sich hinter Hahnentrittmuster, Pepita und Vichy-Karo genau verbergen, haben wir für Sie nachfolgend zusammengefasst.

Jedes Jahrzehnt feiert irgendwann ein Comeback, darauf kann man sich mittlerweile verlassen. Zurzeit sind es die 50er- und 60er-Jahre, die gleichzeitig als Hommage an Eleganz und Coolness zu verstehen sind. Teilweise klassisch oder auch neu interpretiert, finden vermehrt geradlinig und schlicht geschnittene Kleidungsstücke ihren Weg in die Damengarderobe 2013/2014. Und da weder die Schnitte noch die Farben ein wahrer Hingucker sind, gewinnen eben geometrische Karo-Variationen an Bedeutung. Kleinteilige Muster wie Hahnentritt, Vichy-Karos oder den Pepita-Stil sah man bereits im letzten Jahr bei den bekannten Modedesignern und deshalb findet man diese jetzt auch in den neuen Herbstkollektionen der stylischen Internet-Versender wieder. Es gibt sie auf allem und überall zu kaufen: auf Mänteln, Hosen, Pullovern und natürlich auf Röcken und Kleidern. Schließlich muss modische Kleidung mit etwas auffallen und da ist ein Rock, Mantel oder Kleid mit Hahnentrittmuster in schwarz/weiß-Kontrast ein echter Eyecatcher.

Was kaufen: Hahnentritt, Pepita oder Vichy?

Hahnentritt und die sehr ähnlichen Karo-Muster Vichy und Pepita gelten als klassische Stoffmuster. Deshalb verwundert es nicht, wenn diese prägnanten schwarz-weiß Muster und die allgemeinere Salz- und Pfeffer-Optik immer mal wieder auf den Laufstegen von Mailand bis Paris auftauchen. Sobald sich aber in sämtlichen angesagten Designerkollektionen mindestens ein Hahnentritt-Kleid findet, dann darf man davon ausgehen, daß die stylische Modewelt einen neuen Retrotrend gefunden hat. Was früher der Inbegriff eines spießigen Sonntagsoutfits war und einst nur in Kleiderschränken von Groß- und Urgroßmüttern hing, ist heute wieder ein hipper und partytauglicher Kauftipp. Das zeigen auch die vielfältigen Produktvariationen und die große Nachfrage nach Hahnentrittdekor bei den großen Onlinehändlern.

Pepita, Vichy und Hahnentrittmuster werden in der Modepresse und in Fashion-Blogs oftmals nicht genau unterschieden. Die Begriffe werden mitunter synonym verwendet und bezeichnen dabei Muster aus zweifarbigen Kleinkaros (meist in Schwarz und Weiß), die miteinander verwoben sind. Bei der Pepita-Musterung, die auf den Spitznamen der Künstlerin Josefa de la Oliva zurückgeht, ist die Web-Verbindung der Karos diagonal angelegt, während das Hahnentritt-Stoffmuster rechwinklige Verbindungen aufweist. Zudem spricht man eigentlich nur bei Karo-Größen von unter einem Zentimeter noch von einem Pepita-Muster. Aus diesem Grund werden gemeinhin alle größeren Pepita-Formen als Hahnentritt bezeichnet, da das Webmuster in der Größe eher den Fußspuren eines Hahnes gleicht.

In der englischen Sprache wird mitunter gar nicht groß unterschieden, da man bei den oben genannten schwarz-weißen Traditionsmustern gewöhnlich nur von „Houndstooth“ spricht. Das Hahnentrittmuster erlebte bereits in der britischen Mode der 1930er-Jahre einen ersten Höhepunkt und erfährt seitdem ca. alle 20-30 Jahre ein kleines Revival. Und wenn man den Damenmode-Kollektionen für Herbst/Winter 2013/2014 trauen darf, dann steht wohl gerade ein weiteres Hahnentritt-Comeback vor der Tür. Wer also im kommenden Winter mit einem stylischen Mantel, Rock oder einem coolen Kleid die Blicke auf sich ziehen möchte, der sollte schnell die Retro-Kollektionen der Webshops abklappern oder sich beim nächsten Kauf in Vintage- und Second-Hand-Läden mit Hahnentritt-Stoffen eindecken.