Hippie Mode & Boho Style (Bohemian Chic)

Vintage-Mode-Trends: Hippie, Gypsy & Boho Style.

Das Retro-Phänomen findet man natürlich auch in zahlreichen Mode-Trends, allerdings sind die Vergangenheitszitate dort allgegenwärtig und „eindeutige“ Retro-Trends findet man zumeist nur noch in Subkulturen (z.B. Gothic/Emo).
Ein offensichtliches Revival der letzten Jahre war und ist der Boho-Style. Dabei steht die griffige Abkürzung eigentlich für Bohemian-Stil, womit allgemein ein unkonventioneller und künstlerischer Lebensstil bezeichnet wird. Ebenso ist aber eine Anlehnung an die französische Bohème naheliegend, mit ihren etwas irreführenden Referenzen zu Böhmen und dem fahrenden Volk der „Zigeuner“.


Im Mode bzw. Fashion-Bereich scheint der heutige „Boho Chic“ ein Revival der Hippie-Mode und der Flower-Power-Ära der 60er Jahre zu sein. Es lohnt sich auf jeden Fall, den Dachboden, Keller oder auch Kleiderschrank der Oma nach geeigneter Vintage-Mode zu durchforsten. Denn was heute in Mode kommt, war mit Sicherheit in irgendeiner Form schon mal da. Dieser aktuelle Lieblingslook vieler weiblicher Popstars und Society-Sternchen läßt sich nämlich auch einfach mit dem Wort „lässig“ umschreiben. Aufwendige Stickereien, Batik-Muster, romantisch fließende Kleider aus Seide, kombiniert mit Vintage Lederboots oder auch süssen Ballerinas sind die Zutaten der Wahl für Mode im Boho Style. Deshalb sind auch kleine Second-Hand-Modeläden für Käufer des Boho- oder Hippie-Looks eine gute Anlaufstelle. Getragen und kombiniert wird was gefällt, mit Schwerpunkt auf Kleidungsstücken der 60er- und 70er-Jahre, zu erkennen an Farbenpracht, Rüschen bzw. hübsche Raffungen und Blumenmustern.
Erinnerungen an Flower-Power-Zeiten werden wach, Stil-Ikonen wie Debbie Harry (Blondie) werden zitiert und Ethnoprints, Retro-Lederjacken, Mini-Röcke und Paisleymuster sind allgegenwärtig. Eine diffuse neue Stilrichtung bzw. ein neuer Retro-Modemix entsteht, zwischen Neo-Folk und Post-Hippie. Modeketten wie H&M setzen auf diesen Trend und machen den Boho-Look (Bohemian Chic) bzw. den Gypsy Style erschwinglich und massentauglich.

Der Bohemian Style wirkt immer entspannt und farbenfroh und ist besonders in den Sommermonaten beliebt, aber auch im Winter ist der Boho/Gypsy Look immer ein schöner Kontrast zur oftmals tristen schwarz-grau-braunen Einheitskleidung, die in den Wintermonaten die Einkaufsstraßen und Shopping Center bevölkert. Dementsprechend kann man beim Bohemian Chic alles in einen Topf werfen, ausschlachten und neu kombinieren, denn in Analogie zu den 60ern vermischen sich auch hier Retro-Gegenkultur bzw. Second-Hand-Kult mit Kommerzialisierung. Als Hauptmerkmal des New Bohemian Looks läßt sich lediglich festhalten, daß viele unterschiedliche Stile vermischt werden, d.h. Hippie-Mode, Flower-Power-Muster und Trends der Swinging Sixties wie der Mini-Rock werden kombiniert. Auffällig sind die bunten Farben der Kleidung, der Blumenschmuck (Stichwort: Blumenkinder), 60er-Minirock oder wallende Trägerkleider der Folk- und Gypsy-Mode. Daneben sieht man bunte Schals und Halstücher mit Paisleymuster, gehäkelte Mützen, Stroh- oder Schlapphüte. Ansonsten werden die Haare natürlich und offen getragen, oder mit bunten Haarbändern und Bandanas passend zum Gypsy-Outfit gestylt. Beliebte Accessoires sind breite Ledergürtel, Armreifen, Lederarmbänder bzw. Bettelarmbänder. Zur Tunika mit bunten Blütenmustern trägt man Lammfellweste und Stiefel. Mit diesem angesagten Vintage-Styling zieht man auf jeden Fall dieses Jahr alle Blicke auf sich.
Der Bohemian-Look erlebt seinen zweiten oder dritten Frühling, die Second-Hand-Läden und Kellerschränke werden abermals geplündert. Lifestyle und Mode-Zeitschriften reihen Pseudo-Fachwörter und Zeitgeist-Schlagwörter wie Beatniks, Beat Generation, Swinging London und „Summer Of Love“ aneinander, um das Revival bzw. den neuen Trend passend einzuordnen. Und auch wir haben jetzt so ziemlich jede Worthülse und jeden Modebegriff ausgeschöpft.